FRAGEN & ANTWORTEN

Fragen & Antworten

TECHNIK UND AUSSTATTUNG DER KISS-ZÜGE

Warum ist es in den neuen KISS-Zügen zum Teil extrem warm und manchmal zu kalt?

Als wir die KISS-Züge als neue Besitzer vom Fahrzeughersteller Stadler Pankow abgenommen haben, funktionierten die Klimaanlagen des Zulieferers Faiveley Transport bei den Testfahrten reibungslos. Bei der täglichen Benutzung und extremen sommerlichen Außentemperaturen kommt es jedoch bei den Faiveley-Klimaanlagen unerwartet zu Komplettausfällen oder zur unzureichenden Kühlleistung der Klimaanlagen. Teilweise kühlen die Anlagen auch so stark, ohne dass dies wegen großer Wärme notwendig wäre. Anders als bei den Abnahmefahrten haben sich die Fahrzeuge und Klimaanlagen nun mit vielen Fahrgästen und häufig geöffneten Türen zu bewähren. Damit kommt die Steuerung der Klimaanlage offensichtlich nicht immer zurecht. Auch die eingesetzten, zu feinporigen Filter verschmutzen so schnell, dass der Hersteller mit der Produktion nicht hinterherkommt und auch dadurch Ausfälle entstehen.

Wir selbst sind darüber unzufrieden, zumal wir schon nicht den besten Start zur Betriebsaufnahme im Dezember 2012 durch fehlende Züge für die RE4 und RE2 hatten.

Alle Fahrgäste können beste Leistungen von uns erwarten, die wir jedoch unter diesen Bedingungen leider nicht erfüllen können. Sie können versichert sein, dass wir mit Hochdruck auch an dieser Problematik arbeiten. Wir wollen, dass es endlich reibungslos auf der RE2 und RE4 läuft und die gesamte ODEG-Flotte ohne Probleme rollt.

Der Fahrzeughersteller wurde bereits von uns in die Pflicht genommen, eine Behebung der Störungen der Klimaanlagen vorzunehmen und für eine fehlerfreie Funktion zu sorgen. Da es sich um ein Softwareproblem handelt, wird seit dem 17.05.2013 bei allen Zügen sukzessive ein Software-Update vorgenommen. Erste Tests zeigen Erfolg, aber zufrieden sind wir noch nicht. Auch sind Spezialisten des Klimaanlagenzulieferers Faiveley Transport mit an Bord der Züge, die im laufenden Verkehr nach den Fehlern suchen und diese sofort beheben. Es werden neben der Software-Aufspielung auch alle Ventile in den Klimaanlagen ausgetauscht. Jeder der insgesamt 16 Züge hat acht Klimaanlagen und somit dauert die ganze Aktion noch an.

 

Warum funktionieren zum Teil die elektrischen Schiebetüren zwischen den Wagen nicht und was wird dagegen unternommen?

Wir haben die technischen Mängel an den elektrischen Schiebetüren zwischen den Wagen erst im täglichen Betrieb feststellen können. Diese Fehler bzw. Nichtfunktion sind unschön für unsere Fahrgäste und das Öffnen ist problematisch. Die elektrischen Schiebetüren werden so schnell wie möglich repariert, sodass eine störungsfreie Öffnung für alle Fahrgäste möglich ist.

Da es einen gewissen Zeitraum dauert, bis alle 16 KISS-Züge sukzessive zur Reparatur und Instandhaltung in die Werkstatt verbracht werden, verdeutlichen derzeit Aufkleber an den Türen, dass diese bei Versagen auch mit eigener Muskelkraft manuell zu öffnen sind. Sollte Ihnen das nicht möglich sein, helfen dabei auch gern unsere Servicemitarbeiter/-innen.

 

Warum sind die Toiletten manchmal komplett außer Betrieb?

Normalerweise werden die Toiletten regelmäßig in der Nachtabstellung und zwischendurch am Tag geleert sowie mit Frischwasser neu befüllt. Durch erhöhtes Reiseaufkommen (Sommerzeit), Zugausfälle (Hochwasser) und durch eine Störung der Absauganlage der Deutschen Bahn an der Strecke (Wittenberge) plus Personalmangel (Krankheit und Urlaub) konnte in den letzten Wochen der Turnus der Leerung nicht eingehalten werden. Für ein Abpumpen der KISS-Züge in Cottbus standen der ODEG die zwei dafür möglichen Gleise nicht immer zur Verfügung.
Wenn das Fassungsvolumen erreicht ist, müssen die Toiletten für weitere Nutzungen gesperrt werden, um ein Überlaufen zu verhindern.

Eine Lösung ist bereits gefunden. Ab sofort ist die Leerung von zwei Zügen in Eberswalde möglich. Somit können alle KISS-Züge abgepumpt werden, wenn Sie zur Instandhaltung fahren. Auch in Wittenberge wird an der Reparatur der Entsorgungssysteme gearbeitet.

 

Warum fahren die Schiebetritte der KISS-Züge nicht aus?

Die neuen KISS-Züge und auch RegioShuttle sowie GTW sind zur sogenannten Spaltüberbrückung mit Schiebetritten an allen Türen ausgerüstet. Besonders bei den KISS-Zügen fällt auf, dass diese nicht immer ausfahren und der Spalt zwischen Zug und Bahnsteigkante sehr groß ist. Sie hören dann bei den betroffenen Bahnhöfen eine Durchsage, die Sie bittet, beim Aussteigen vorsichtig zu sein. Besonders an Bahnsteigen, die in einer Kurve mit Innenbogen liegen, ist der Spalt groß. Für einen barrierefreien Zugang ist dieser Umstand sehr ungünstig. Der Grund dafür die Schiebetritte teilweise nicht auszufahren ist, dass es in Deutschland und auch innerhalb des ODEG-Netzes sehr unterschiedliche Bahnsteighöhen gibt. So würden sich die ausgefahrenen Schiebetritte teilweise weit unter der Bahnsteigkante, häufiger aber auch wie eine Sprungschanze über dem Bahnsteig ragen. Derzeit befindet sich eine geänderte Softwareversion für die Steuerung der Schiebetritte zur Begutachtung und Zulassung beim Eisenbahnbundesamt. Nach erfolgter Genehmigung zur Verwendung dieser Software, wird diese auf den KISS-Zügen installiert.  Dann können an allen Bahnhöfen die Schiebetritte ausgefahren werden.
Mobilitätseingeschränkte Personen bitten wir, sich rechtzeitig für eine Reise per Kontaktformular (hier) anzumelden. Unsere Servicepersonale in den Zügen stellen Ihnen dann in der Mitte des Zuges (Wagen ist außen gekennzeichnet) eine Rampe zur Überbrückung des Spaltes bereit. 


Ist das Platzangebot in den neuen KISS-Zügen der ODEG geringer als früher?

Die 16 KISS-Züge der ODEG auf den Linien RE2 und RE4 bestehen jeweils aus 4 Doppelstock-Wagen mit insgesamt 428 Sitz- und 661 Stehplätzen. Davon befinden sich 24 Sitze in der 1. Klasse, hier ist der Mehrwert noch mehr Beinfreiheit. Insgesamt bieten die KISS-Züge sogar 6 Sitzplätze mehr als die zuvor eingesetzten Züge von DB Regio.

Die Anzahl der Sitz- und Stehplätze sind Vorgaben/Auflagen des Auftraggebers (VBB), die im Zusammenhang mit einer öffentlichen Ausschreibung eines Vergabeverfahrens gefordert werden. Das offiziell bei dem Verkehrsunternehmen bestellte Platzangebot richtet sich nach den erhobenen durchschnittlichen Fahrgastzahlen und wird langfristig vor dem Bau des Zuges festgelegt.

Warum gibt es in den KISS-Zügen keine Snacks und Getränke?

Snacks und Getränke anzubieten, ist ein zusätzlicher Service, dessen Mehrwert für den Fahrgast wir auch schätzen. Wir freuen uns, Ihnen auf den ODEG-Linien in der Lausitz und in Mecklenburg Vorpommern Catering am Platz anbieten zu können. In den KISS-Zügen muss darauf aufgrund des wesentlich größeren Fahrgastaufkommens verzichtet werden.

Auf Selbstbedienungsautomaten wurde zugunsten des Platzangebotes verzichtet. Da vor allem Pendler meist die Möglichkeit haben an den Bahnhöfen Snacks und Getränke zu kaufen, ist ein Nachrüsten vorerst auch nicht geplant. Zusätzliche Hürde für eine Umsetzung besteht außerdem darin, dass Automaten laut der Auflage des VBB über den barrierefreien Bereich erreichbar sein müssten. Hier findet sich zugunsten des benötigten Platzes keine Möglichkeit in den KISS-Zügen. Ein mobiler Catering-Service ist angedacht, wird jedoch frühestens umgesetzt, wenn auf den Strecken RE2 und RE4 alles reibungslos läuft.

Warum ist der Platz für die Gepäckablage so knapp bemessen?

In den Ausschreibungen der Linien RE2 und RE4 durch den VBB wurde hierzu eine Bedingung mit konkreten Angaben gestellt. So lautet die Forderung, dass jeweils für 4 Sitzplätze eine Ablage für ein Gepäckstück mit den Seitenflächen von mindestens 40 cm x 60 cm vorhanden sein muss. Zugunsten von mehr Bewegungsfreiheit im oberen Bereich wurden diese Maße als Grundlage für die nun vorhandenen Ablagen verwendet. Normale Umhängetaschen und kleinere Rucksäcke passen in die oberen Ablagen. Für den möglichen deutschlandweiten Einsatz der Züge war im oberen Bereich der Züge eine etwas schmalere Bauweise des Wagenkastens gefordert (Lichtraumprofil). Auch dies ist Grund für die etwas schmaleren Ablagen in der zweiten Etage.

Für größere Gepäckstücke bietet sich, wie im Flugzeug, der Fußbereich unter den Sitzen an.

Wo sind die Kleiderhaken im KISS-Zug?

Die Kleiderhaken befinden sich seitlich an den Kopfteilen der Sitze und zwischen den Fenstern. Die Forderung im Verkehrsvertrag des VBB verlangt 90 % Anzahl der Kleiderhaken bezogen auf die Anzahl der Reisenden. Diese Auflage wurde im KISS-Zug umgesetzt.

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Gibt es in den ODEG-Zügen eine 1. Klasse?

Die Linien RE2 und RE4 werden mit den ODEG-Zügen vom Typ KISS befahren. Diese modernen Doppelstockzüge verfügen über eine 1. Klasse mit 24 Sitzplätzen.

Weiterhin können Sie auch jederzeit den Übergangsfahrschein für die 1. Klasse im Zug erwerben. Aufpreise für die Nutzung der 1. Klasse entsprechen den Preisangaben des jeweiligen Verbundes bzw. bei verbundübergreifenden Fahrten dem DB-Tarifsystem. Entsprechend finden Sie die konkreten Preise auch auf den jeweiligen Internetseiten. 

 

Was macht die 1. Klasse der ODEG erstklassig?

Der Bereich für die erste Klasse ist von außen mit einer 1 neben den Türen des entsprechenden Wagens beschriftet. Außerdem ist unter der oberen Fensterreihe, hinter der sich die 1. Klasse befindet, eine gelbe Linie von außen zu erkennen. Um den Wünschen der Fahrgäste nachzukommen, hat die ODEG im Oktober 2013 mit dem Einbau von großen Tischen in der 1. Klasse ihrer Zügen vom Typ KISS begonnen. Außerdem wurde an jede Zugspitze, hinter der sich direkt die 1. Klasse befindet, eine gelbe Plakette mit einer großen Eins angebracht. Damit können Fahrgäste gleich bei bei der Einfahrt erkennen, ob sich das Abteil der 1. Klasse vorne oder hinten befindet. Mit diesen Maßnahmen möchte die ODEG die Qualität des Reisens in der 1. Klasse steigern. 

Die 1. Klasse der ODEG. Bitte einsteigen, am besten so: Die Plakette_1.jpg steht auf der Zugspitze.

ODEG_ErsteKlasse_Kleber_RZ-2.jpgBei unseren neuen KISS-Zügen weist die gelbe Plakette mit der großen Eins auf der Zugspitze darauf hin, dass sich der Einstieg der 1. Klasse unmittelbar hinter dem einfahrenden Triebfahrzeug befindet. Ist die Plakette hingegen nicht sichtbar, finden Sie den Bereich der 1. Klasse am anderen Ende des Zuges. Fahrgäste der 1. Klasse warten deshalb am besten in der Mitte des Bahnsteiges. Von dort aus sind es nur ein paar Schritte ins Abteil, und man weiß aufgrund der Plakette oder ihres Fehlens an der Front sofort, in welchem Teil des Zuges sich die 1. Klasse befindet. 


Die 1. Klasse der ODEG. Neuerdings eine Klasse für sich. Für Fahrgäste ein Versprechen: Reisen mit höchstem Komfort.

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Dieses Versprechen steigern wir jetzt mit unserer 1. Klasse noch einmal auf eindrucksvolle Art und Weise. Wir haben darüber nachgedacht, wie man dort noch bequemer, entspannter und erholsamer reist. Zusätzlich zum hellen freundlichen Design, zur großen Beinfreiheit, zu verstellbaren Sitzen, angenehmer Beleuchtung und großen Panoramafenstern haben wir unsere 1. Klasse mit maßgefertigten, großen Tischen von hoher Qualität für drei bzw. vier Plätze ausgestattet. Dem Arbeiten am Laptop, dem Ausbreiten einer Zeitung oder dem Abstellen eines Lunchpaketes steht nichts mehr im Wege. Nehmen Sie Platz! 

 

Kann man bei der ODEG Sitzplätze in der 1. Klasse reservieren bzw. buchen?

Nein, in den ODEG-Zügen ist keine Sitzplatzreservierung möglich, auch für die 1. Klasse auf den Linien RE2 und RE4 nicht.