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Berlin, 17.01.2012
Pressemitteilung 01/2012

BARRIEREFREI REISEN

ODEG führt Gespräche mit Behindertenverbänden

Bereits seit einigen Monaten führt die ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH Gespräche mit verschiedenen Behindertenverbänden mit dem Ziel, die Barrierefreiheit weiter zu verbessern. Unter der Koordination des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit e.V. (BKB) beteiligen sich zehn deutschlandweit agierende Verbände und Organisationen.

In diesem Rahmen hat am 16. Januar eine Vor-Ort-Besichtigung stattgefunden. Auf einer regulären Fahrt auf der neu von der ODEG bedienten Linie OE51 zwischen Brandenburg an der Havel und Rathenow haben die Teilnehmer sowohl einen ODEG-Triebwagen vom Typ GTW als auch den Betriebsablauf nach den Gesichtspunkten der Barrierefreiheit angeschaut. Von Seiten der ODEG waren Geschäftsführer Arnulf Schuchmann, Eisenbahnbetriebsleiter Jörg Kiehn sowie Eva Gotter für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit vertreten. Einige Kritikpunkte wurden aufgezeigt und werden im Nachgang von der ODEG auf Umsetzbarkeit geprüft. Dabei sind technische Grenzen und die entstehenden Kosten zu berücksichtigen.
„In unserer Unternehmensphilosophie ist das Thema Barrierefreiheit fest verwurzelt. Es ist uns ein wichtiges Anliegen auf die Bedürfnisse unserer Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität einzugehen. Die bisherigen Gespräche haben gezeigt, dass unsere modernen Fahrzeuge trotz der angewandten EU-Normen zum Teil durch kleine Anpassungen für mobilitätseingeschränkte
Fahrgäste noch weiter verbessert werden können.“, so der Sprecher der ODEG-Geschäftsführung Arnulf Schuchmann, der alle Sitzungen persönlich begleitet. „Wir haben aber auch deutlich gemacht, dass uns als Verkehrsunternehmen begrenzt Handlungsspielraum zur Verfügung steht.“, äußert sich Schuchmann weiter. Die ODEG nutzt die Infrastruktur der DB AG, die unter anderem für die Ausstattung der Stationen mit Fahrstühlen u. ä. verantwortlich sind. Des Weiteren unterliegt die ODEG den Ausschreibungsanforderungen der Aufgabenträger, die im Wettbewerbsverfahren die Leistungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) vergeben. In diesem Zusammenhang wird auch die Fahrzeugausstattung detailliert vorgegeben.
Peter Braun, Sprecher der Verbände (Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland e.V.) freut sich über die Kooperationsbereitschaft der ODEG: „Für uns ist die Partnerschaft mit einem Unternehmen wie der ODEG von großer Bedeutung.“ Er teilt die Einschätzung der ODEG zum Handlungsspielraum der Linienbetreiber und verweist auf einen Beschluss der Verkehrsministerkonferenz von Bund und Ländern vom April 2011. Diese hat die Aufgabenträger gebeten, die im Auftrag des BKB von Behindertenverbänden entwickelten Anforderungen in den Ausschreibungsunterlagen so weit wie möglich zu berücksichtigen. „Die Aufgabenträger müssen endlich anfangen, den Beschluss umzusetzen“, forderte Braun. Parallel zu den weiteren Gesprächen werden im Rahmen von regulärenvon regulären Wartungsarbeiten erste Änderungen an den ODEG-Fahrzeugen vorgenommen.