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Notfallübungen

REGELMÄSSIGE ÜBUNGEN BEI DER ODEG

FIT SEIN FÜR DEN NOTFALL

Die Eisenbahn ist das sicherste Verkehrsmittel. Dennoch kann es zu Unfällen und – ganz selten – zu einer Entgleisung kommen. Leider sind Kollisionen mit Kraftfahrzeugen Realität. Um bei einem Notfall bestens vorbereitet zu sein, übt die ODEG regelmäßig mögliche Szenarien wie z. B. die Entgleisung eines Zuges, einen Unfall durch Kollision mit Fahrzeugen und die Rettung von Verletzten.

"Wir legen großen Wert auf regelmäßige gemeinsame Übungen, um im Ereignisfall schnell und sicher handeln zu können", erklärt Jörg Kiehn, Eisenbahnbetriebsleiter der ODEG, zur Bedeutung dieser Übungen.

Lesen Sie hier auch einen Bericht zum Thema Sicherheit aus dem o-ton, Ausgabe 3/2013 (PDF).

Im Folgenden stellen wir einige unserer bereits durchgeführten Notfallübungen vor.

NOTFALLÜBUNG DER FEUERWEHR, DRK UND ODEG AUF DER ODEG-LINIE RE2 IN NAUEN

Die ODEG - Ostdeutsche Eisenbahn GmbH führte am Samstagvormittag, 30.04.16 gemeinsam mit dem Kreisfeuerwehrverband Havelland, dem DRK und der DB Netz AG am Bahnhof Nauen eine Notfallübung durch. Die Übung mit fast einhundert Beteiligten simulierte einen Brand zwischen zwei Waggons des KISS mit starker Rauchentwicklung. Das für die Übung zur Verfügung gestellte Fahrzeug der ODEG vom Typ KISS verkehrt auch regulär auf der Linie RE2 zwischen Berlin und Wismar über Nauen. 

Nachdem der Triebfahrzeugführer der ODEG, um 8.34 Uhr den Notruf an den Fahrdienstleiter bei der DB Netz aussendete, musste alles sehr schnell gehen. Die Gleise rund um das Fahrzeug wurden vollständig gesperrt. Allerdings dienten für das Manöver die Abstellgleise, um den normalen Fernverkehr nicht zu behindern. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des DRK und der ODEG wurden nach ihrer Ankunft am Ereignisort mit 26 Schein-Verletzten, welche im Sinne einer „realistischen Unfalldarstellung“ mit u.a. Kunstblut geschminkt wurden und spezielle Rollen zu spielen hatten, als Wageninsassen konfrontiert. Die Evakuierung des scheinbar brennenden Fahrzeuges war bis 10.10 Uhr erfolgt und die Fahrgäste wurden durch die DRK-Rettungskräfte versorgt. Allerdings „starb“ ein Herzinfarktpatient neben dem Gleis. Um 10.35 Uhr wurden die „Übungs-Gleise“ wieder vollständig freigegeben.

Notfallübungen werden jährlich von der ODEG durchgeführt, um mögliche Fehlerquellen bei Unfällen zu ermitteln und beheben zu können, und im Sinne eines realen Notfallereignisses bestmöglich vorbereitet zu sein.

„Ziel dieser Übungen ist es, allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, bei einem realitätsnahen Szenario die organisations-übergreifende aber auch interne Zusammenarbeit zu trainieren. Für die ODEG spielt das Thema Sicherheit eine große Rolle. Die regelmäßig groß angelegten 

Einsatzübungen geben uns wichtige Hinweise zum Optimierungsbedarf für unsere Trainings, um  sämtliche  Abläufe zu überprüfen und  alle Gewerke richtig ineinander greifen zu lassen“, erklärt Arnulf Schuchmann, Geschäftsführer und Sprecher der ODEG.

Notfallübung in Parchim erfolgreich absolviert

Das symbolische Datum Freitag, der 13. November 2015 war eher zufällig gewählt, aber irgendwie passend. Die Notfallübung, die mitten in der Nacht, um 23.27 Uhr, in Parchim begann, basierte auf folgendem Szenario:

Kollision von zwei ODEG-Triebwagen bei Rangierfahrt

Die Fahrzeuge vom Typ RegioShuttle waren unterwegs auf dem Weg in die Abstellanlage. Ein Fahrzeug ist beim Rangieren auf das andere aufgefahren. Zum Zeitpunkt der Kollision befanden sich in einem der Fahrzeuge sieben Personen und der Triebfahrzeugführer.

An der Übung nahmen ca. 60 Personen teil.

Rund 45 Tonnen bewegte Masse treffen auf stehende 45 Tonnen. Das darf nicht passieren, könnte es aber, wenn menschliches oder technisches Versagen eintreten, z. B. der Triebfahrzeugführer Fehler macht oder Signale gestört sind.

14_Übung_Bahnhof_14.gifDie Notfallteams der ODEG und DB Netz AG sowie die Feuerwehren aus Parchim und umliegenden Orten und der Rettungsdienst des Landkreises Ludwigslust-Parchim mussten schnell vor Ort erscheinen und ihre Fähigkeiten zeigen. Auch das THW war mit der Beleuchtungsgruppe beteiligt und sorgte für eine gute Ausleuchtung des Ereignisortes.

Neben der Sicherung der Unfallstelle mussten alle Personen aus den Fahrzeugen gerettet und die Verletzten medizinisch versorgt werden.

Ziele der Übung waren eine Überprüfung der Informationsflüsse, das Eindringen in die Fahrzeuge, die Rettung und Versorgung von Verletzten sowie das Zusammenwirken der beteiligten Unternehmen und Organisationen.

Jörg Kiehn, Eisenbahnbetriebsleiter der ODEG und für die Sicherheit verantwortlich, resümiert: „Die Informationsflüsse haben gut geklappt, unsere Leitstelle in Berlin hat gut gearbeitet und unser Notdienst war schnell vor Ort. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und der DB Netz AG hat gut geklappt. Wir sind gut für einen Notfall aufgestellt. Das Ziel der Übung, bei einem realitätsnahen Unfallszenario die organisationsübergreifende Zusammenarbeit zu trainieren, wurde erreicht. Für die ODEG spielt das Thema Sicherheit eine große Rolle, so dass wir regelmäßig groß angelegte Einsatzübungen initiieren, damit wir sicherer sein können, dass im Ernstfall alles funktioniert.“

Fotos: Pressebüro "MGB", Michael-Günther Bölsche

Gemeinsame Notfallübung im Berliner Nord-Süd-Tunnel

Berliner Feuerwehr, DB Netz AG, DB Regio AG und ODEG trainierten gemeinsam

Im Juli 2014 führten die Feuerwehr, DB Netz AG, DB Regio AG sowie die ODEG eine gemeinsame Notfallübung im Berliner Nord-Süd-Tunnel durch. Getestet wurde das Sicherheitskonzept für den Tunnel unter (fast) realen Bedingungen.

Geübt wurde zuerst die Abläufe im Falle eines brennenden Zuges im Tunnel wie die Evakuierung und Rettung der Fahrgäste, die Abstimmung mit allen beteiligen Institutionen sowie die Koordination mit der Feuerwehr zum Löschen des fiktiven Brandes.  

Darüber hinaus bereiteten sich ODEG und DB Regio auf einen im Tunnel havarierten Triebzug vor. Die ODEG beteiligte sich mit einem Triebzug vom Typ KISS und DB Regio mit einem Fahrzeug vom Typ Talent 2. Die Fahrzeuge schoben bzw. schleppten sich gegenseitig in der Steigung vom Potsdamer Platz zum Bahnhof Südkreuz. Auch dieser Übungsteil wurde erfolgreich gemeistert.

Das Fazit von Jörg Kiehn, ODEG-Eisenbahnbetriebsleiter, fällt positiv aus: „Eine Havarie kann nie ausgeschlossen werden, aber wenn sie eintritt, müssen alle Beteiligten im Sinne der Sicherheit rasch und effektiv handeln. Die Übung hat gezeigt, dass sowohl die Kommunikationswege als auch die technische Unterstützung gut funktioniert haben“. Die Fahrgäste der ODEG und DB Regio AG können beruhigt einsteigen.

Lesen dazu eine Reportage aus dem o-ton, Ausgabe 3/2014 (PDF).

Zusammenspiel mit DB Netz-Notfalltechnik

Auch zusammen mit dem Team von DB Netz-Notfalltechnik werden regelmäßig verschiedene Möglichkeiten von Aufgleis- und Bergungsmaßnahmen geübt und anschaulich dargestellt. Geübt wird zum Beispiel mit einer hydraulischen Aufgleistechnik an der Zugspitze eines Fahrzeugs vom Typ "KISS".

Fotos: ODEG

Zusammenarbeit mit der Feuerwehr

Die ODEG arbeitet eng mit den örtlichen Feuerwehreinheiten zusammen, damit diese im Falle eines Notfalls auf den Fahrzeugen der ODEG geschult sind und die Abläufe gemeinsam geprobt werden können. Beispielsweise wurde auf dem Betriebsgelände der ODEG in Görlitz eine Ausbildung zum Thema Bahnunfälle durchgeführt, bei der die Kolleginnen und Kollegen in die Brems- und Sicherheitseinrichtungen der eingesetzten Dieseltriebfahrzeuge eingewiesen wurden. Daneben wurde die Rettung einer Person, die unter einen ca. 42 Tonnen schweren Triebwagen geraten und schwer verletzt worden war, geübt. Auch die Kreisbrandmeister des Landkreises Görlitz sowie die Bundespolizei nutzten diese seltene Möglichkeit und machten sich ein Bild von der Ausbildung. 

Übung mit der Berufsfeuerwehr Görlitz


Fotos: ODEG

Des Weiteren finden regelmäßig Übungen mit Jung-Feuerwehrleuten statt. Die jungen Retter üben unter Anleitung des Jugendfeuerwehrwarts und Eisenbahnbetriebsleiter der ODEG Jörg Kiehn das richtige Verhalten in einer Gefahrensituation wie zum Beispiel die Kollision eines Zuges mit einem PKW mit Verletzten.

Übung mit der Jugendfeuerwehr in Eberswalde


Fotos: ODEG